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    Insolvenz bei Paracelsus durch Missmanagement verursacht - ver.di …

    Insolvenz bei Paracelsus durch Missmanagement verursacht - ver.di fordert Sicherheit für Patienten und Beschäftigte

    21.12.2017

    Die heute durch den Klinikkonzern Paracelsus angemeldete Insolvenz wurde nach Ansicht der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) durch Managementfehler verursacht. Betroffen ist der gesamte Konzern mit seinen 40 Einrichtungen, darunter 25 Akut- und Rehakliniken mit insgesamt mehr als 5.000 Beschäftigten. Erstmalig musste ein Klinikkonzern Konkurs anmelden.

    „Das ist für Patienten und Beschäftigte ein schlimmer Tag, der zeigt, welche Gefahren bestehen, wenn man das Gesundheitswesen als wichtigen Zweig der Daseinsvorsoge den Kapitalinteressen und Marktkräften überlässt. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist das insbesondere ein paar Tage vor Weihnachten eine unheilvolle Botschaft“, betont Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für das Gesundheitswesen.

    Betriebsräte, Arbeitnehmervertreter/innen im Aufsichtsrat und ver.di hätten immer wieder die Unternehmensstruktur kritisiert und auf die Gefahren hingewiesen. Das grundsätzliche Strukturproblem der zu großen Anzahl von Fachabteilungen in den Kliniken ist mehrfach auch in Sanierungsgutachten bestätigt worden.

    Durch den Verzicht der Beschäftigten auf ihr Weihnachtsgeld in den Jahren 2013 und 2014 standen Investitionsmittel bereit, trotzdem seien notwendige Investitionen unterblieben. Im Oktober dieses Jahres hatte die ver.di-Tarifkommission bei Paracelsus einen erneuten Verzicht auf das tarifliche Weihnachtsgeld abgelehnt, da die vereinbarten Absprachen vom Arbeitgeber nicht eingehalten wurden. Trotzdem wurde das im November fällige Weihnachtsgeld schon nicht gezahlt, ein deutlicher Hinweis auf die sich abzeichnende Zahlungsunfähigkeit des Konzerns.

    „Wir erwarten eine enge Zusammenarbeit mit den Betriebsräten und ver.di, um den Beschäftigten eine Perspektive zu bieten. Die Auszahlung der Entgelte muss sichergestellt werden. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten darf nicht gefährdet werden“, formuliert Sylvia Bühler die Anforderungen an den Insolvenzverwalter.


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