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    ver.di unterstützt Kirchen bei Verfassungsbeschwerde gegen Sonntagsladenöffnungen

    ver.di unterstützt Kirchen bei Verfassungsbeschwerde gegen Sonntagsladenöffnungen

    23.06.2009

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) unterstützt gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) die Verfassungsbeschwerden der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und des Erzbistums Berlin gegen Ladenöffnungen an mehreren Sonntagen im Jahr und insbesondere an allen vier Adventssonntagen im Land Berlin. „Das Ladenschlussgesetz diente schon immer auch dem Arbeitnehmerschutz“, heißt es in einer Stellungnahme der Gewerkschaften, die heute in Karlsruhe den Richtern des Bundesverfassungsgerichts vorgelegt wird. Arbeitsrecht und damit auch der Arbeitsschutz falle damit unter die Zuständigkeit der jeweiligen Bundesgesetze und könnten nicht durch eigenständige Länderregelungen aufgeweicht werden.

    Die sonntäglichen Ladenöffnungszeiten stellten darüber hinaus einen Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Sonn- und Feiertagsruhe dar, der durch nichts zu rechtfertigen sei. „Unsere Erfahrungen mit den Ausweitungen der Ladenöffnungszeiten in den vergangenen Jahren belegen, dass dadurch weder Arbeitsplätze entstehen noch Umsätze steigen. Die Menschen haben nicht mehr Geld, nur weil sie öfter oder länger shoppen können. Gleichzeitig verursachen längere Öffnungszeiten höhere Betriebskosten, die dann vielfach beim Personal wieder eingespart werden sollen“, heißt es in der Stellungnahme. Dadurch steige die Belastung der rund 2,1 Millionen Einzelhandelsbeschäftigten immer weiter. Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse würden zunehmend sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse ersetzen. Die Gewerkschaften warnten vor den gravierenden Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft, die sich durch die Einführung von Sonn- und Feiertagsarbeit ergäben: „Es gibt biologische und soziale Rhythmen. Werden diese verletzt, belastet dies nicht nur einzelne Beschäftigte, sondern auch deren Familien und sämtliche weiteren sozialen Einheiten.“

    Pressekontakt

    Günter Isemeyer ver.di-Bundesvorstand Paula-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012 Fax: 030/6956-3001 E-Mail: pressestelle@verdi.de
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