Bühnenteaser

  • Pressemitteilungen : Kategorien

    Handel, Tarifpolitik

zurück zu Übersicht

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?

Tausende Beschäftigte kämpfen für tarifliche Existenzsicherung

Große Beteiligung am Amazon-Streik

14.05.2013

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat, nachdem bereits in den vergangenen Tagen mehrere tausend Beschäftigte die Arbeit niedergelegt haben, heute abermals mehrere tausend Beschäftigte in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zu Warnstreiks aufgerufen. In zahlreichen Städten unter anderem in München, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Darmstadt, Essen und Düsseldorf unterstrichen die Beschäftigten in Demonstration und Streikversammlungen ihre Forderungen für eine spürbare Entgelterhöhung in der anstehenden Tarifrunde. Gleichzeitig kämpfen die Beschäftigten von Amazon in Bad Hersfeld und Leipzig für eine tarifliche Absicherung.

 „Nach den ersten Verhandlungen in acht Bundesländern bestätigt sich, dass das, was die Arbeitgeber schönfärberisch als ‚Modernisierung‘ verkaufen wollen, in der Realität nichts anderes bedeutet als die drastische  Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von rund drei Millionen Beschäftigten. Ob Eingriffe bei der Arbeitszeit, Kürzung von Nacht- und Spätzuschlägen oder schlechtere Bezahlung für Verkaufstätigkeiten und Niedriglöhne für Warenverräumung: Es geht hier nicht um überholte Berufsbilder wie Fahrstuhlführer oder Kaltmamsell in den Tarifverträgen, wie es der Arbeitgeberverband regelmäßig der Öffentlichkeit weiß machen will. Tatsächlich geht es den Arbeitgebern um Kostensenkung durch schlechtere Bezahlung der Beschäftigten.  Diesen Weg gehen wir nicht mit“, kritisiert Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Eine „Tarifreform light“ mit dem Ziel, den Menschen in die Taschen zu greifen, werde es mit ver.di nicht geben. „Ein zukunftsfähiger Tarifvertrag, der die Belange der Beschäftigten, nicht die Gewinne der Aktionäre und Eigentümer im Blick hat, sieht anders aus“, unterstreicht die Gewerkschafterin.

 Die Beschäftigten im Einzelhandel erwarteten in der laufenden Tarifrunde zu Recht eine spürbare Entgelterhöhung, doch hätten die Arbeitgeber bislang ein konkretes Angebot verweigert. Stattdessen versuchten sie, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern. „Tarifverträge schützen vor Arbeitgeberwillkür und setzen existenzielle Mindeststandards, die wir gemeinsam mit den Beschäftigten verteidigen werden“, betont Nutzenberger.

 Erstmals kam es heute auch zu ganztägigen Streiks der Beschäftigten bei Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld. Die Beschäftigten kämpfen darum, zukünftig unter den Schutz von Tarifverträgen zu gelangen und existenzsichernde Arbeitsbedingungen zu erreichen. "Mehr als 1.500 Menschen in der Früh- und Spätschicht haben sich an den Streiks bei Amazon beteiligt. Das ist ein starkes Signal und macht deutlich, wie groß das Bedürfnis der Menschen nach einem verbindlichen tariflichen Schutz ist“, unterstreicht die Gewerkschafterin.

Nach dem Abbruch von Gesprächen mit der Geschäftsführung von Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld über einen Anerkennungstarifvertrag hatten sich die Beschäftigten an den beiden Standorten mit über 97 Prozent für Streiks ausgesprochen.

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?

Möchten Sie diesen Artikel weiterempfehlen?