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ver.di: Fast alle Zeitungszusteller haben Anspruch auf den vollen Mindestlohn – Gewerkschaft fordert zu Betriebsratsgründungen auf

19.08.2014

Die meisten der rund 300.000 Zeitungszustellerinnen und -zusteller in Deutschland haben Anspruch auf den vollen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, der ab Januar 2015 gilt, stellt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fest. Denn die gesetzliche Mindestlohn-Ausnahme gilt nur für solche Zeitungsboten, die ausschließlich Zeitungen oder Anzeigenblätter in Briefkästen werfen. Da aber fast alle Zeitungszustellerinnen und –zusteller für die Verlagsunternehmen neben dem Hauptprodukt Zeitung auch Werbeprospekte und Briefe austragen, fallen sie nicht unter den reduzierten Mindestlohn von 6,37 Euro im Jahr 2015, sondern müssen den vollen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde erhalten. Die Zeitungszustellerinnen und -zusteller, die in ver.di organisiert sind und auch Werbung und Briefe ausliefern, werden deshalb gewerkschaftlichen Rechtsschutz bei der Durchsetzung des vollen Mindestlohnanspruchs erhalten. ver.di fordert die Zustellerinnen und Zusteller außerdem auf, Betriebsräte zu wählen, da diese ihre Mitbestimmungsrechte auch zur Überprüfung der korrekten Zahlung des Mindestlohns nutzen können.

Während des Gesetzgebungsverfahrens hatten die Verlegerorganisationen eine generelle Mindestlohn-Ausnahmeregel für ihre Geschäfte gefordert. Dafür hatten sie sogar behauptet, die Pressefreiheit wäre durch den Mindestlohn gefährdet, was ver.di in einem Gutachten widerlegte. In den vergangenen Jahren sind viele Zeitungsverlage in das Postgeschäft eingestiegen, wobei sie ihre Zeitungszustellerinnen und -zusteller verpflichteten, auch Briefe auszutragen.

Die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns wird behördlich von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit überprüft. Die Zoll-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen laut ver.di in Zeitungsverlagen dabei auch überprüfen, ob nicht fälschlicherweise unter Berufung auf die gesetzliche Ausnahme ein zu niedriger Lohn bezahlt wurde.



Für Rückfragen:
Siegfried Heim, ver.di-Tarifsekretär Verlage, Druck, Papier, Tel.:
030/6956-2312

Weitere Informationen unter https://zeitungszusteller.verdi.de

Pressekontakt

Eva Völpel
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
Fax: 030/6956-3001
E-Mail: pressestelle@verdi.de
alle Ansprechpartner der Bundespressestelle

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