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    Tarifrunde Versicherungen: ver.di fordert Sicherheit im digitalen …

    Tarifrunde Versicherungen: ver.di fordert Sicherheit im digitalen Wandel - Antwort der Arbeitgeber steht aus

    31.03.2017

    Die erste Verhandlungsrunde für die rund 170.000 Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe ist am heutigen Nachmittag (30. März 2017) in Düsseldorf ergebnislos zu Ende gegangen. Der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland hat kein Angebot vorgelegt.

    "Es hat von der Arbeitgeberseite in dieser Runde kein Angebot zu unseren Forderungen gegeben und es wurden von ihnen keine konkreten Aussagen zu dem von uns geforderten Zukunftstarifvertrag Digitalisierung getroffen", kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister. "Wir liegen in den Bewertungen deutlich auseinander."

    Die Forderung nach einem neuen Tarifvertrag Digitalisierung sei neben der Forderung nach einer angemessenen Erhöhung der Gehälter von äußerst großer Wichtigkeit für die Beschäftigten. "Der Umbruch und Umbau in der Versicherungsbranche führt zu starken Veränderungen im Arbeitsleben, die Beschäftigten haben ein Anrecht darauf, dass ihre Arbeitsplätze gesichert werden", so Meister. Dazu sei es notwendig, die Tarifverträge von der analogen in die digitale Arbeitswelt zu transformieren.

    Es sei dringend erforderlich, Beschäftigungssicherung, Arbeitszeitfragen, Qualifizierungsmaßnahmen und mobiles Arbeiten sowie weitere Bestandteile, die durch den Umbruch der Branche erforderlich seien, in einem Zukunftstarifvertrag Digitalisierung zu regeln. Durch Umstrukturierung und den schon erfolgten Arbeitsplatzabbau, der sich weiter beschleunigen werde, werde der Druck auf die Beschäftigten immer mehr erhöht. Die Arbeitgeber würden von den Beschäftigten eine hohe Flexibilität erwarten.

    "Wir fordern von den Arbeitgebern, dass sie sich der moralischen Verpflichtung gegenüber den Beschäftigten stellen", so der ver.di-Verhandlungsführer. Vor dem Hintergrund der geleisteten Arbeit der Beschäftigten und der guten Ergebnisse der Versicherungsunternehmen sei es unverständlich, dass sich die Arbeitgeber den ver.di-Forderungen bisher verschlossen hätten. "Wir erwarten deshalb in der nächsten Verhandlungsrunde ein klares Signal der Arbeitgeber, ob sie bereit sind die zentralen Zukunftsfragen der Branche mit uns gemeinsam tarifvertraglich zu gestalten und sozial zu flankieren."

    ver.di fordert für die Beschäftigten neben einem Tarifvertrag Digitalisierung, zu dessen Bestandteilen unter anderem der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020, Rechtsansprüche auf Altersteilzeit und Reduktion und Erhöhung von Arbeitszeit unter bestimmten Voraussetzungen sowie Qualifizierungsfonds für Bildungsmaßnahmen gehören, eine angemessene Erhöhung der Löhne und Gehälter inklusive aller Zulagen um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten, die Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 50 Euro, eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden sowie für ver.di-Mitglieder einen Monatsbeitrag in Höhe von 80 Euro für eine zusätzliche Altersversorgung.


    Die zweite Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband für das Versicherungsgewerbe findet am 05.Mai 2017 ab 14 Uhr in Düsseldorf statt.

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
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