Pressemitteilungen

    private Banken

    Arbeitnehmervertreter bei privaten Banken vernetzen sich für gemeinsame Initiativen und Aktivitäten

    08.02.2013

    Das Vorgehen privater Banken bei Planungen zu Stellenabbau und Arbeitsbedingungen veranlasst die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Betriebsräte dazu, eine Vernetzung der Interessenvertretungen zu bilden, um gemeinsame Beratungen und Vorgehensweisen zu ermöglichen.

    Die Zeitgleichheit und Ähnlichkeit des Vorgehens und der Maßnahmen bei privaten Banken, vornehmlich der Commerzbank und der HypoVereinsbank (HVB), seien augenfällig und erforderten Gegenstrategien und damit eine Vernetzung auch im Hinblick auf gemeinsame Initiativen und Aktivitäten, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch. Die Vorstände der Banken planten Maßnahmen auf dem Rücken der Beschäftigten, obwohl die Situation der Banken vornehmlich durch Managementfehler verursacht sei. Mit ihren Maßnahmen würden sie zudem die Axt an das Privatkundengeschäft legen.

    In diesem Zusammenhang verwies Beate Mensch darauf, dass die Deutsche Bank bei der Ankündigung ihres Sparprogramms, das auch das Privatkundengeschäft betreffe, von einem Kulturwandel gesprochen habe. Jetzt müsse sich zeigen, was dieser Kulturwandel im Zusammenhang mit der Umsetzung eines Einsparprogramms in Milliardenhöhe bedeute. Die großen Privatbanken in Deutschland sollten sich ihrer Verantwortung und ihrer Orientierungsfunktion in der Branche bewusst sein. Sie forderte die Banken daher zu einem Umdenken auf.

    Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der HVB, Peter König, kritisierte, dass die Veränderung des Geschäftsmodells durch Kostenreduzierung und Personalabbau auf dem Rücken der Beschäftigten kein Zukunftsmodell im Hinblick auf guten persönlichen Service und gute Kundenberatung sei. Die Umbauplanungen des Unternehmens würden Betriebsräte und Beschäftigte bei der HVB veranlassen, einen Tarifvertrag Belastungsschutz zu fordern, um die Bedingungen und den Schutz der Beschäftigten im Rahmen dieser Betriebsänderungsprozesse zu gestalten. Hierzu gehörten unter anderem der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen, Versetzungsschutz und Regelungen zur Besitzstandwahrung. König wies auf die Problematik der gesundheitlichen Belastungen und der Arbeitsverdichtung hin. Dieser negative Prozess werde durch die Planungen der Unternehmensleitung weiter massiv befördert.

    Uwe Tschäge, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Commerzbank, betonte, dass das heutige Filialnetz nach dem durch das Management geplanten Stellenabbau nicht mehr zu betreiben sei. Vielmehr würde es nach diesen Planungen auf „Schlecker-Modelle“ hinauslaufen, bei denen eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter allein eine Kleinstfiliale betreiben müsse. Das sei für Beschäftigte und Kunden völlig inakzeptabel. Weiter kritisierte Tschäge die Vorstellungen des Vorstands, die nach dem Abbau verbliebenen Beschäftigten schlechter bezahlen zu wollen, sie flexibel versetzen zu können und die Arbeitsbedingungen weiter ver-schlechtern zu wollen.

    Deregulierung und Verschlechterung von Arbeitsbedingungen seien keine geeignete Grundlage für den Beitrag der Banken zur Finanzmarktstabilität.

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
    Fax: 030/6956-3001
    E-Mail: pressestelle@verdi.de
    alle Ansprechpartner der Bundespressestelle