ver.di

    Blockaden lösen

    Tarifsystem stabilisieren

    ver.di fordert, die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen zu erleichtern. Das Tarifvertragssystem muss stabilisiert werden, um gute Löhne zu sichern.

    Hintergrund: Immer weniger Tarifverträge werden in Deutschland für allgemeinverbindlich erklärt. In 2011 waren es nur noch 1,5 Prozent der Lohn- und Gehaltstarifverträge, 20 Jahre zuvor waren es noch sechs Prozent. Die Ursachen liegen in der jahrelangen Blockadehaltung der Arbeitgeberverbände gegen die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen und im Tarifvertragsgesetz selbst: So müssen die tarifgebundenen Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Arbeitnehmer/innen einer Branche beschäftigen, um einen Tarifvertrag für die Branche für allgemein verbindlich erklären zu lassen, die 50-Prozent-Klausel.

    Seit Ende der 90er Jahre ist die Tarifbindung in Deutschland Stück für Stück zurückgegangen. Rechnet man Haustarifverträge mit ein, gelten in Deutschland nur noch für 59 Prozent der Beschäftigten Tarifverträge. Lohndumping und schlechtere Arbeitsbedingungen sind die Folge. Deutschland ist hinter die meisten westeuropäischen Staaten zurückgefallen. In vielen europäischen Ländern werden Tarifverträge in der Regel für allgemeinverbindlich erklärt, unabhängig von einer 50- Prozent-Klausel.

    Links

    WSI-Mitteilungen Ausgabe 07/2012 mit dem Schwerpunkt „Stabilisierung des Flächentarifvertrages – Reform der Allgemeinverbindlicherklärung“

    Hans-Böckler-Stiftung Pressemitteilung „Reform der Allgemeinverbindlicherklärung hilft bei der Stabilisierung des Flächentarifvertrages