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    Billig, billiger, Werkvertrag

    Missbrauch von Werkverträgen stoppen

    Bei einem Werkvertrag verpflichtet sich eine Einzelperson oder ein Werkvertragsunternehmen, ein „Werk“ zu erstellen. Das kann zum Beispiel die Anfertigung eines Maßanzugs, die Reparatur einer Maschine oder auch ein Gutachten sein. Neuerdings jedoch auch das Auffüllen eines Regals im Supermarkt. Der Supermarkt, der das fertige Werk bekommt, bezahlt nach Anzahl der gefüllten Regale statt nach Arbeitsstunden. Das Autohaus zahlt pro Reifen- oder Ölwechsel und der Schlachthof für die Anzahl der zerteilten und verpackten Tiere.

    Diejenigen, die das Werk erstellen, sind meist scheinselbstständig, weil sie stets für dasselbe Unternehmen arbeiten. Oder sie werden von Werkvertragsunternehmen verliehen und von diesen entlohnt. Tatsächlich bleiben diese Menschen dann verliehene Arbeitskräfte, auch wenn sie ein sogenanntes Werk erstellen. Allerdings werden sie meist noch schlechter bezahlt als die Mitarbeiter.

    All diese Praktiken dienen dazu, die Löhne zu drücken, Tariflöhne zu umgehen oder die Verantwortung auf die Scheinselbstständigen abzuwälzen, die gezwungen sind einen Werkvertrag einzugehen, anstatt in sicheren, festen Arbeitsverhältnissen zu arbeiten.

    ver.di will den Missbrauch von Werkverträgen stoppen und fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit, keine Scheinselbstständigkeit und auch keine prekäre Leiharbeit. Der Missbrauch von Werkverträgen, um Löhne zu drücken, muss unterbunden und bestraft werden.

    Links

    ver.di-Leiharbeitskampagne „Hundertprozentich“

    ver.di-Themen-Seiten „Arbeit“

    Es geht noch billiger – per Werkvertrag