ver.di

    Forderungen auf der Tonleiter

    Musik vor den Verhandlungen

    20. März 2014 | „Kein guter Ton ohne guten Lohn!“ Die Musikschullehrer/innen, die nach Potsdam gekommen sind, stimmen ein Lied zum Auftakt der zweiten Verhandlungen in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst an. Unter lauter Tröten sind auch ihre Flöten zu hören. 200 Gewerkschafter/innen sind vor Beginn dieser zweiten Verhandlungsrunde gekommen, vor allem Musikschullehrer/innen und Beschäftigte verschiedener Sparkassen. Die Musikschullehrer/innen fordern mehr feste Stellen für die meist unfreiwillig „freien“ Lehrkräfte an Musikschulen und eine angemessene Bezahlung. Brunhild Fischer, freiberufliche Flötistin aus Leipzig, ist nach Potsdam gereist, „weil ich mit diesen Forderungen solidarisch bin“. Für sie sei Kunst und Kultur eine Pflichtaufgabe, die eigentlich ins Grundgesetz gehöre.


    Ramona Kloppe ist gemeinsam mit rund 100 ihrer Sparkassenkollegen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordrhein-Westfalen dabei. Vor dem Verhandlungshotel empfangen sie die Verhandlungsführer. „Um ihnen zu sagen, was wir wollen“, sagt die studierte Betriebswirtin. Sie arbeitet bei der Sparkasse Leipzig, in der Filiale in Oschatz. „Und wir wollen zeigen, dass wir für den Tarifvertrag auch was tun“, betont sie. „Es ist nicht so, dass Müllwerker und Erzieherinnen für uns ein Tarifergebnis rausholen müssen und wir einfach nur abwarten! Wie gut, dass immer mehr Beschäftigte das begreifen!“

    Ramona Kloppe und ihre Kollegen von den Sparkassen ver.di Ramona Kloppe und ihre Kollegen von den Sparkassen

    Kein guter Ton ohne guten Lohn, das sei ein gutes Motto, ruft der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. In den letzten Tagen, sagt er, hätten weit mehr als 110.000 Beschäftigte bundesweit auf den Straßen und Plätzen deutlich gemacht, was sie jetzt von den Arbeitgebern erwarten, und dass sie Einfluss nehmen wollen auf das, was hier bei den Verhandlungen passiert. Viele Menschen im Land hätten durch die Warnstreiks im öffentlichen Dienst festgestellt: Die werden ja richtig gebraucht! „Und so ist es. Ihr habt erlebt, dass ver.di an vielen Stellen im Lande den Kolleginnen und Kollegen den Roten Teppich ausgerollt hat. Denn sie sind die Helden des Alltags. Und ich bin sicher: Das Verständnis dafür wächst, dass gute Leute gutes Geld verdienen sollen.“